Adolf-Schlatter-Haus

Das Schlatterhaus gehört der evangelischen Landeskirche in Württemberg. Es bietet 18 Studierenden Wohnraum. Die Zimmer sind für Studierende vorgesehen, die in der ESG mitarbeiten wollen. Das Schlatterhaus ist eines der beiden Zentren der ESG. Es liegt in zentraler Lage in der Österbergstr. 2, nicht weit von der Universität und der Tübinger Altstadt. Die Räume (kleiner und großer Saal, Cafete mit Küche, Clubräume) bieten der ESG und ihren zahlreichen Arbeitskreisen, Chören und Gastgruppen Platz für Ihre Arbeit. Eine besondere Bedeutung haben die Sonntagsküche und der Deutschkurs für Flüchtlinge. Die Sonntagsküche bewirtet ehrenamtlich jeden Sonntag bis zu 80 bedürftige Menschen. Der Deutschkurs mit vielen ehrenamtlich Mitarbeitenden trifft sich von Montag bis Donnerstag in den Räumen des Hauses. Er hilft Flüchtlingen, sich in Deutschland zurechtzufinden und ist ein sozialer Treffpunkt. Sowohl die Sonntagsküche als auch der Deutschkurs werden hauptsächlich durch Spenden finanziert.

Aus der Geschichte des Schlatterhauses

Der Theologieprofessor Adolf Schlatter (gestorben 1938) hat mit Mitteln aus seinem Vermögen das nach ihm benannte Haus finanziert. Es wurde 1914 erbaut und diente dem DCSV (Deutsche Christliche Studenten-Vereinigung) als Zentrum. 1938 wurde der DCSV verboten. Um das Haus vor der Enteignung durch die Nationalsozialisten zu schützen, schenkte der DCSV das Haus der württembergischen Landeskirche. Nach dem Krieg übernahm die evangelische Akademikerschaft die Nutzungsrechte. Es blieb Eigentum der Landeskirche. Gemäß einem Grundbucheintrag aus den 50er Jahren soll das Haus der kirchlichen Arbeit mit Studierenden zur Verfügung stehen. Seit einigen Jahren bemüht sich die Landeskirche darum, das Haus zu verkaufen und will es in die Trägerschaft der Gesamtkirchengemeinde Tübingen übergeben. Die Verhandlungen haben noch zu keinem Ergebnis geführt.

In der bald 100-jährigen Geschichte des Schlatterhauses haben viele Generationen junger Studierender entscheidende Jahre im Schlatterhaus verbracht und viele Impulse für ihr ganzes Leben empfangen. Diesem Erbe fühlen wir uns verpflichtet und möchten es in unserer Gegenwart fortführen.